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Der Dienst der Verkündigung wird im Bereich der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck nicht allein von Pfarrerinnen und Pfarrern geleistet. Ihnen stehen Lektorinnen und Lektoren und Prädikantinnen und Prädikanten zur Seite. Dies ist ein Ausfluss der evangelischen, im Neuen Testament begründeten Lehre vom allgemeinen Priestertum aller Gläubigen.  So zum Besipiel der 1. Petrusbrief, der sich an christliche Gemeinden wendet: "Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.“

Als nicht ordinierte, ehrenamtlich tätige Gemeindeglieder haben Lektorinnen und Lektoren Anteil am Verkündigungsauftrag der Kirche. Sie leisten mit ihrer Arbeit einen wesentlichen Dienst an der Gemeindeentwicklung, auf den die Kirche nicht verzichten kann, wenn sie ihrem Auftrag gerecht werden will. Dadurch kommen vielgestaltige Gaben und Fähigkeiten im gemeindlichen Leben zum Ausdruck. Die Kirche als Gemeinschaft von Priesterinnen und Priestern kann auf den Verkündigungsdienst der Ehrenamtlichen nicht verzichten - er ist zutiefst evangelisch.

Lektorinnen und Lektoren halten das Bewußtsein wach, dass Gottesdienst nicht nur Sache der Pfarrerin, des Pfarrers, ist, sondern  aller Gemeindeglieder. Gottesdienst und Andacht durch verschiedene Menschen ist Ausdruck der Vielfalt der Glieder am Leib Christi und ist Bezeugung des Evangeliums. Unsere Landeskirche hat eine Fülle qualifizierter, ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Lektorendienst. Durch den Lektorenkurs und die vielfältigen Fortbildungsangebote werden Lektorinnen und Lektoren befähigt, auch in anderen gemeindlichen Aufgabenfeldern qualifiziert mitzuarbeiten.

Der Lektorendienst konzentriert sich nicht nur auf die sonntägliche Gottesdienstgestaltung. Besinnungen und Andachten haben ihren festen Platz in Gemeindekreisen. Lektorinnen und Lektoren bringen sich durch ihre eigene Lebens- und Glaubenserfahrung in die Gemeinde (z.B. bei Geburtstagsbesuchen, in Alten- und Pflegeheimen, auf Freizeiten und Wochenendseminaren, in der Kirchenvorstandsarbeit, der Frauenarbeit, der Konfirmandenarbeit, im Kindergottesdienst, sowie in der Passions- und Adventszeit) mit inhaltlichen Impulsen ein.

Bis zum Ende des Landesherrlichen Kirchenergimentes im Jahr 1918 waren die Lehrer der unter der Aufsicht der Kirche stehenden Schulen, verpflichtet in ihren Gemeinden sogenannte Lesegottesdienste zu halten. Die meisten Lehrer haben dies mit großem Engagement getan, auch nach dem Ende der offiziellen Dienstverpflichtung dazu.

Menschen mit Erfahrungen auf dem Gebiet der kirchlichen und volksmissionarischen Arbeit sind es gewesen, die während des Zweiten Weltkrieges zur Predigt in öffentlichen Gottesdiensten berufen wurden. Durch die Herausgabe von Lesepredigten wurde ihnen die für die Verkündigung notwendige Hilfe gegeben. Als sich in der Nachkriegszeit ein erneuter Pfarrermangel abzeichnete, wurde Ende der 50er Jahre der Lektorendienst neu belebt. Gegenwärtig sind in unserem Kirchenkreis 10 Frauen und 11 Männer als Lektorinnen und Lektoren ausgebildet und vom Bischof in den Lektorendienst berufen.

Als Arbeitshilfe für die Gestaltung von Gottesdiensten erhalten sie regelmäßig die Kasseler Lektorenpredigt und den Lektorenbrief.

In der Regel wird einmal im Jahr eine Fortbildung für die Lektoren und Lektorinnen in unserem Kirchenkreis durch den Beauftragten für Lektorenarbeit, Pfarrer Dirk Rehbein, angeboten. Und am Jahresende werden die Lektorinnen und Lektoren zu einem gemeinsamen Abend in einem festlichen Rahmen einladen, um die Gemeinschaft untereinander zu stärken.

Beauftragter für die Lektorenarbeit im Kirchenkreis Witzenhausen:

Pfarrer Dirk Rehbein
Rommeröder Str. 4
37235 Hessisch Lichtenau

Tel.: 05602 / 2688

Email: pfarramt.walburg@ekkw.de

 

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