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Latkes und Schalom - Jüdisches Leben neu entdecken - Gelungener Start einer neuen Veranstaltungsreihe

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Latkes und Schalom

Jüdisches Leben neu entdecken

Mit jüdischer Musik, jüdischen Speisen und einem Vortrag über die ehemalige jüdische Gemeinde in Eschwege begann eine neue Veranstaltungsreihe im Werra-Meißner-Kreis. Weit mehr als 100 Gäste konnte Klaus Peter Hugo, der Vorsitzende der Neuapostolischen Gemeinde in Eschwege, in der ehemaligen Eschweger Synagoge begrüßen. Sie wird heute als Neuapostolische Kirche genutzt. Eine Initiativgruppe, in der auch die Evangelischen Kirchenkreise Eschwege und Witzenhausen und der Verein „Aufwind“ mitarbeiten, möchte mit einer Reihe von Veranstaltungen an die Spuren jüdischen Lebens in der Region Werra-Meißner erinnern. 

Landrat Stefan Reuß hat die Schirmherrschaft über die Veranstaltungsreihe übernommen. In seinem Grußwort rief er dazu auf, die Erinnerung an jüdisches Leben in der Region wachzuhalten. Dazu gehöre es, die ehemaligen Synagogen und Friedhöfe in der Region zu erhalten, aber auch dem neu aufkommenden Antisemitismus entgegenzutreten. Der Eschweger Bürgermeister Alexander Heppe warnte davor, dass die Erinnerung zu einer Routine verkomme. Das Judentum sei Teil unserer Kultur. Seine lange Geschichte dürfe nicht auf die Leiden der Nazizeit reduziert werden. „Wir dürfen uns auch an das reiche jüdische Leben erinnern und das Gespräch mit dem heutigen Judentum suchen“, so Heppe.

Anna Maria Zimmer zeichnete in einem historischen Vortrag die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Eschwege von den Anfängen im Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert nach. Dabei kamen sowohl die Verfolgungen und Diskriminierungen des Judentums zur Sprache als auch die Emanzipation und das wachsende Miteinander von Juden und Christen im 19. Jahrhundert. Sie dankte der Neuapostolischen Gemeinde für die gute Erhaltung des ehemaligen jüdischen Gotteshauses.

Der jüdische Sänger und Liedermachen Dany Bober nahm die Zuhörer mit auf eine Zeitreise durch die jüdische Geschichte. Mit Psalmenvertonungen, jiddischen Liedern und dem Friedenswunsch „Hewenu schalom alechem“ ließ er die jüdische Musikkultur lebendig werden. Menschen mit seelischer Erkrankung und Behinderung hatten gemeinsam mit Andrea Röth ein Buffet mit jüdischen Speisen vorbereitet. Angeleitet wurden sie dabei von Sabine Knappe, die sowohl mit jüdischer Geschichte als auch mit der Kochkunst sehr vertraut ist. Die „Latkes“, kleine jüdische Reibeplätzchen, ein Rote-Beete-Meerretich-Dip und Canapés mit gehackter Hühnerleber fanden großen Zuspruch.

Die nächste Veranstaltung in der Reihe „Spuren jüdischen Lebens in der Region Werra-Meißner entdecken“ wird am Samstag, dem 25. Mai 2019, von 16.30 bis 18.30 Uhr in Witzenhausen stattfinden.

       

 

Zuletzt geändert am: 28.1.2019 um 13:41

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